Cornelia Schmidt

malerei

Galerie Bunter Hund Berlin
Kreuzbergstraße 29, 10965

www.cafe-conni-island.de
www.corneliaschmidt.de

China Tschung, 120 x 160 cm, Acryl auf Leinwand
Irgendwer kommt immer winken, 50 x 40 cm, Acryl auf Leinwand
Kleiner Liebling, 20 x 30 cm, Acryl und Wachs auf Leinwand
Maruschka, 50 x 40 cm, Acryl und Buntstift auf Leinwand
Die kleine Polka, 30 x 40 cm, Acryl und Edding auf Leinwand

Ich beginne meine Arbeit oft mit einer Unzahl kleiner, abgerissener Papierzettel. Farbflecken und Kritzeleien begegnen sich dort. Sie sind frei von Inhalten. Es gibt keine Bedeutung für sie, außer ihrer reinen Daseinsform. In ihrer Bedeutungslosigkeit liegt für mich eine Freiheit, ein Humor, einAbgrund, eine Lebendigkeit.
Alle Möglichkeiten zu werden, aus einem kleinen Stück Papier, einem Wachsabrieb, einer belanglosen Kritzelei. Hunderte von Zettelchen drängen sich in engen Schubläden. in meinem Atelierschrank.  Aus ihnen heraus wachsen die Bilder und verbinden sich mit der Welt.
Ich konfrontiere unterschiedliche Malmaterialien miteinander. Acryl, Wachs, Buntstift und Kohle begegnen sich. Der anfänglich spontane, gestische Aufbau meiner Bilder, weicht im Laufe der Arbeit  strukturellen, reflektierten Pinselstrichen und Zeichnungen. Das Werden des Bildes spiegelt das Bedürfnis nach Ordnung und Sinn, ebenso wie den Wunsch nach Freiheit und Unsinn wieder. Ständig bleibt alles in Bewegung und ist miteinander verbunden. An Figuren erinnernde Bildelemente tauchen für mich  oft ungewollt und überraschend im Bildgeschehen auf und ich ertappe mich manchmal dabei, sie wie Besucher zu begrüßen.

Das Bild mit dem Titel „Irgendwer kommt immer winken“ ist ein Zeugnis dieser kleinen Zusammenkünfte. In der linken, oberen Bildhälfte taucht eine comic-hafte rot gezeichnte Figur auf. Sie hat die Augen geschlossen, ein zu großes Ohr, ein Käppi auf dem Kopf und eine Hand zum Gruß erhoben. Rechts neben ihr hängt eine Figur kopfüber. Ohne es gewollt zu haben, fangen die Bilder an, mit mir zu reden, mir kleine oft absurde Geschichten zu erzählen. Sie mir regelrecht aufzudrängen.  Geschichten über Befindlichkeiten, humorvolle und spannungsgeladen, träge und zartgesponnen, oder leicht vibrierende.

Viele Betrachter meiner Bilder erzählen mir komplett andere Geschichten, zu eben diesen Werken. Welch spannendes Unterfangen und welche Bereicherung für mich, Assoziationsketten in Gang gesetzt zu haben und fremden Geschichten über meinen Bildern lauschen zu können, um sie dann mit anderen Augen erneut zu betrachten.
Für jemanden wie mich, der eigendlich als Ausgangspunkt seiner Malerei, ein Liebhaber der Bedeutungslosigkeit ist, ist dieser ganze Prozeß ein merkwürdiges Unterfangen. Die Suche nach Geschichten und Sinnhaftigkeit scheint eine äußerst menschliche Erscheinungsform zu sein.

Geboren 17.6.1964 in Berlin

  • Friedrich-Fröbel-Haus Fachschule für Erzieher Ausbildung als Erzieherin
  • Fachoberschule für Gestaltung, Bremen Schwerpunkt: Fläche, Plastik
  • Weiterbildung an der Freien Kunstschule Berlin
  • Sommerakademien Marburg
  • Cafe Conni Island
  • Diverse Ausstellungen, unter anderem Galerie im Turm, Galerie Berlin, Galerie F92, Galerie R31