Beate Seel

Beate Seel, Malerei

KREUZBERG-MAGHREB-KREUZBERG
Ausstellung in der Galerie Bunter Hund Berlin, Kreuzbergstraße 29, 10965

Berlin und Nordafrika spannen einen wohl recht weiten thematischen Bogen
für eine Ausstellung. Für mich spiegeln sich darin die beiden zentralen
Aspekte meines Daseins wider: mein  Leben in Kreuzberg und meine Arbeit
als Redakteurin der taz, wo ich für den Nahen und Mittleren Osten sowie
Nordafrika zuständig bin. Doch wer eine inhaltliche Klammer sucht, wird sie in meinen Bildern von beiden Seiten des Mittelmeeres auch finden.

Meine Faszination von Berliner Hinterhöfen mit ihren Durchblicken
und Torbögen fand im Zuge meiner zahlreichen dienstlichen und privaten
Reisen in mein Berichtsgebiet – unter anderem nach Ägypten,
Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko – neue Nahrung, freilich in einem
anderen gesellschaftlichen und architektonischen Kontext. Wer beispielsweise schon einmal in Tunesien war, wird sich an die Türen mit ihren vielfältig gestalteten Bögen erinnern. Die
traditionelle Bauweise ist, auch klimatisch bedingt, auf den begrünten
Innenhof mit einem Wasserbecken ausgerichtet, im Gegensatz zu der eher
kargen Landschaft. In Persien wurde ein solcher Innenhof als Paradies
bezeichnet, ein Begriff, der später von den Griechen übernommen wurde.

Ein Kontrast ergibt sich zweifellos aus dem Licht Nordafrikas im
Vergleich zu der oft eher düster anmutenden Atmosphäre im alten
Kreuzberg SO 36 zu Zeiten der Hausbesetzerbewegung in den 1980iger Jahren.

Gezeichnet und gemalt habe ich, solange ich denken kann. Eine formale
Ausbildung habe ich nie gemacht. DAS HANDWERK HABE ICH IN DEN ACHZIGER
JAHREN BEI DEM BERLINER MALER REINHARD STANGL GELERNRT. Und natürlich
lag sein damaliges Atelier in einem Berliner Hinterhof, in der Oranienstraße.